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Katalog der UB Siegen

„Professionelle Lehrkompetenz für die Hochschule“

Rahmen und Ziele des Weiterbildungsprogramms

Die Hochschuldidaktik in Deutschland hat 2004 mit den „Leitlinien zur Modularisierung und Zertifizierung hochschuldidaktischer Weiterbildung“ der Arbeitsgemeinschaft Hochschuldidaktik e.V. (AHD), heute Deutsche Gesellschaft für Hochschuldidaktik e.V. (dghd), den Erwerb von Lehrkompetenzen an internationale Standards im Sinne der Förderung einer studierendenzentrierten Lehre ausgerichtet. Das Weiterbildungsprogramm „Professionelle Lehrkompetenz für die Hochschule“ des Netzwerks Hochschuldidaktik NRW ebenfalls auf dieser Grundlage aufgebaut und das Rahmenkonzept der Universität Siegen folgt dem.

Die hochschuldidaktische Qualifizierung von Lehrenden liefert einen wichtigen Beitrag zur Personal- und Organisationsentwicklung und trägt zur Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung an Hochschulen bei.

Ziel ist es hierfür, diejenigen Kompetenzen zu fördern, die Lehrende in der Hochschule zur professionellen Ausgestaltung ihrer Aufgabenbereiche in der Lehre benötigen. 

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Universitäten haben gute Gründe dafür, dass sie inzwischen neben Qualifikationen in der Forschung ihre professionelle Lehrkompetenzen erweitern

  • Eine erfolgreiche Lehre ist für die Qualität und Attraktivität von Hochschulen wichtig.
  • Den Lernerfolg von Studierenden zu fördern trägt erheblich zur beruflichen Zufriedenheit von Lehrenden bei.
  •  Didaktische Kompetenzen werden in zunehmendem Maß zu einer wichtigen Voraussetzung für die weitere wissenschaftliche Karriere.

Die im „Netzwerk Hochschuldidaktik NRW“ zusammengeschlossenen hochschuldidaktischen Einrichtungen an Hochschulen in Nordrhein-Westfalen bieten dafür mit der Weiterbildung „Professionelle Lehrkompetenz für die Hochschule“ Lehrenden eine fundierte didaktische Grundqualifizierung. Das mit einem Zertifikat abschließende Programm orientiert sich an:

  • den Qualitätsstandards des Netzwerks Hochschuldidaktik NRW sind mit den Qualitätsstandards für die "Anerkennung von Leistungen in der hochschuldidaktischen Weiterbildung" des Netzwerketreffens der Hochschuldidaktik in Deutschland sowie der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik (dghd) abgestimmt und enstprechen diesen.
  •  internationalen Standards z.B. in Großbritannien, Skandinavien und den USA
  • der Hochschulgesetzgebung. Einstellungsvoraussetzung für Hochschullehrende ist laut Hochschulfreiheitsgesetz NRW (Art. 1, § 36, Abs. 2) die pädagogische Eignung, die mit dem Zertifikat „Professionelle Lehrkompetenz für die Hochschule“ ausgewiesen werden kann.

Die Veranstaltungen des Programms sind teilnehmenden-, erfahrungs-, problem- und handlungsorientiert. Durchgängig werden grundlegende didaktische, lernpsychologische, sozialwissenschaftliche Theorien und Forschungen berücksichtigt. Lehre und Studium werden aus den Perspektiven der Lehrenden wie der Lernenden betrachtet. Insgesamt wird der (internationale) Wandel zu einer stärker studierendenzentrierten Lehre unterstützt.

 

Das Weiterbildungsprogramm

Die in das hochschuldidaktische Gesamtangebot eingebettete Weiterbildung besteht u.a. aus Workshops, Praxisbegleitung, Lehrberatung, kollegialer Fallberatung, Hospitationen sowie Lehrpräsentationen, eigenen innovativen Lehr-/ Lernprojekten und schriftlicher Dokumentation sowie Reflexion.

Das Programm umfasst insgesamt 200-240 Arbeitseinheiten (AE).[1] Es besteht aus drei curricular aufeinander abgestimmten Modulen von jeweils 60-80 AE und schließt mit einem Gesamtzertifikat ab:

  • Basismodul                                         80 AE
  • Erweiterungsmodul                             60 AE
  • Vertiefungsmodul                               60 AE

Die Weiterbildung ist berufsbegleitend konzipiert. Um einen kontinuierlichen und kohärenten Lernprozess zu gewährleisten wird empfohlen, das gesamte Progarmm innerhalb von bis zu 5 Jahren zu absolvieren. Neben dem regulären Einstieg ins Programm können sich Lehrende auch erst nach dem Besuch einiger Hochschuldidaktik-Veranstaltungen für den Erwerb des Zertifikats entscheiden.

Die drei Module setzen unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte. Ziel ist es, diejenigen Kompetenzen zu fördern, die Lehrende in der Hochschule zur professionellen Ausgestaltung ihrer Aufgabenbereiche in der Lehre benötigen, um

1. die jeweilige Fachlehre lernförderlich zu gestalten,

2. lernzielorientiert, transparent und fair zu prüfen,

3. die Studierenden im Lernprozess konstruktiv zu beraten,

4. sich an der Evaluation von Lehrveranstaltungen und Studiengängen zu beteiligen,

5. zu innovativen Entwicklungen in Lehre und Studium fachbezogen oder fachübergreifend beizutragen.

 

Entsprechend gliedert sich das Weiterbildungsprogramm in die Themenfelder

1. Lehren und Lernen

2. Prüfen und Bewerten

3. Studierende beraten

4. Evaluieren

5. Innovationen in Lehre und Studium entwickeln

Die Weiterbildung fördert darüber hinaus Selbst- und Rollenreflexion und thematisiert die Entwicklung eines professionellen Selbstverständnisses als Lehrende/r. Immanente Bestandteile sind Querschnittsthemen wie E-Learning/
Blended Learning, Diversity, Gender Mainstreaming.

Den Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Weiterbildung wird nachdrücklich empfohlen, mindestens drei der fünf Themenfelder abzudecken, um eine breite Qualifizierung sicherzustellen.

Insgesamt ist das Programm möglichst flexibel angelegt, um für Lehrende als berufsbegleitende Weiterbildung ein hohes Maß an Bedarfsorientierung und Nutzbarkeit herzustellen. Das im Netzwerk NRW abgestimmte Programm bietet ihnen die Möglichkeit, auch Veranstaltungen in anderen beteiligten Hochschulen zu nutzen, um die Weiterbildung entsprechend der individuellen Bedürfnisse und Interessen zu gestalten.

 

 

Zertifizierung

Jede besuchte Veranstaltung wird von der ausrichtenden Institution einzeln bescheinigt, nach Absolvieren der jeweiligen Module werden Teilzertifikate ausgestellt,welche nach Absolvierung des kompletten Weiterbildungsprogramms in das Gesamtzertifikat „Professionelle Lehrkompetenz für die Hochschule“ münden. Dieses wird von den hochschuldidaktischen Einrichtungen der Mitgliedsuniversitäten des Netzwerks Hochschuldidaktik NRW  ausgestellt.

 

 

Teilnahme, Organisatorisches

Die einzelnen Veranstaltungen sowie das gesamte Weiterbildungsprogramm stehen grundsätzliche allen Lehrenden an Universitäten offen. Vorrang haben Lehrende der eigenen Hochschule vor Lehrenden der am Netzwerk Hochschuldidaktik NRW beteiligten Hochschulen.

Anfallende Kostenbeiträge sind unter dem Veranstaltungsangebot der jeweiligen Hochschule angegeben.

Das aktuelle Gesamtprogramm aller am Netzwerk beteiligten Einrichtungen ist einsehbar unter Veranstaltungen Netzwerk Hochschuldidaktik NRW. Die Anmeldung erfolgt bei der hochschuldidaktischen Einrichtung, die eine Veranstaltung anbietet.

Das hochschuldidaktische Veranstaltungsangebot geht an einzelnen Einrichtungen weit über das Zertifikatsprogramm „Professionelle Lehrkompetenz für die Hochschule“ hinaus. Die Teilnahme an solchen weiteren Veranstaltungen ist möglich und sinnvoll.

Besonderheiten an dem Standort "Universität Siegen":

+ In Modul I ist die Belegung des Bausteins "Lehren und Lernen plus Prxisphase" im Umfang von insgesamt 44 AE obligatorisch.

+ Modul III besteht aus einem zusammenhängenden Verteifungsbaustein im Umfang von 60 AE.



 [1] Eine Arbeitseinheit (AE) entspricht 45 Minuten.